Verkehrsanbindung Thal – ein Strassenbauprojekt des Kantons Solothurn

Ein ausgewogenes Gesamtprojekt

Grundlagen

Es ist eng in der Klus.  Der Bezirk Thal, die Einwohnergemeinde Balsthal und das Städtchen Klus werden seit Jahren durch die unbefriedigende Verkehrserschliessung bzw. durch die unzumutbare Verkehrsbelastung in Mitleidenschaft gezogen. 
Auto- und Radfahrer, Fussgänger, Postautobenützer, Liegenschaftsbesitzer und Anwohner sind von der täglichen Stausituation in der Klus betroffen. Diese führt zu einem Standortnachteil für die ganze Region und beeinträchtigt die Attraktivität des historisch geschützten Städtchens Klus massgebend.

 Die Klus in Verkehrszahlen

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Maximale Verkehrskapazität am Abend in Richtung Thal,
oben aktuell unten nach dem Bau der Entlastungsstrasse
(Höchstzahl der Fahrzeuge pro Stunde im jeweiligen Abschnitt)

Heute wollen abends über 1’100 Fahrzeuge pro Stunde durch die Klus in Richtung Thal fahren. Auf dem bestehenden Verkehrsnetz können jedoch maximal nur ca. 1’000 Fahrzeuge pro Stunde die Klus passieren. Die Städtchendurchfahrt mit den leistungsmindernden Verkehrswiderständen wie Bahnschranke, Busbevorzugung, Fussgängerquerungen, das Bremsen und Warten bei Abbiegemanövern sowie der Kreisel Wengimattstrasse bilden für den Verkehr einen Flaschenhals.

Dieser Engpass führt abends regelmässig zu einem schnellen Anwachsen des Staus bis nach Oensingen und zu langen Wartezeiten. Der Verkehr wird auch in Zukunft zunehmen.
Soll der Verkehr verflüssigt werden, wird eine entsprechende Kapazitätssteigerung erforderlich.

 Die Mobilitätsstrategie für die Region Thal

Diese zeigt auf, dass das Verkehrsproblem nur mit dem Bau einer neuen Strasse wirksam gelöst werden kann. Taktverdichtungen im Angebot des öffentlichen Verkehrs (ÖV), ein Park&Ride-Angebot in Balsthal, Schnellbusse oder Bus-Eigentrassees, die Aufhebung des Barriereübergangs bei der Thalbrücke sowie weitere Massnahmen am bestehenden Verkehrsnetz alleine reichen nicht aus, um den Stau in der Klus zu eliminieren und die Erschliessung des Thals zu verbessern.

Die Mobilitätsstrategie finden Sie in der Hauptnavigation unter "Downloads"

 Die öffentliche Miwirkung brachte Verbesserungen

An dieser Mitwirkung beteiligten sich insbesondere die regionalen Gemeindebehörden, die Thaler Bevölkerung, die Umweltverbände und Parteien sowie die Verbände von Industrie und Gewerbe. Es wurde eine breite Akzeptanz seitens der Bevölkerung und der Gemeindebehörden des Bezirks Thal festgestellt. 

In enger Zusammenarbeit mit den Gemeindebehörden von Balsthal wurden daraufhin verschiedene Optimierungen geprüft und umgesetzt, zum Beispiel:

  • die Weiterführung des kombinierten Rad- / Gehweges bis zum Naglersmattweg
  • eine neue Fussgängerverbindung südlich des geplanten Kreisels Thalstrasse (Verbindung Bahnhof Thalbrücke - Neumatt)
  • das Verschieben des Fussgängerstreifens auf die Wunschlinie Hölzlistrasse - neue Einmündung Neumattstrasse
  • die Verbesserung des Betriebs und der Gestaltung Busbahnhof Thalbrücke
  • ergänzende Gestaltungsmassnahmen, welche den öffentlichen Raum im historischen Städtchen Klus aufwerten
  • die Verkleinerung des Technikgebäudes
  • Das Projekt wurde zudem einem Strassensicherheitsaudit unterzogen.

 

 

Das Gesamtprojekt

Ein landschafts- und umweltverträgliches Gesamtprojekt. Die Linienführung des Projekts Verkehrsanbindung Thal wurde aufgrund eines umfassenden Variantenvergleichs festgelegt und anschliessend optimiert. Hauptziel des Variantenstudiums war eine möglichst landschafts- und siedlungsverträgliche Lösung.

Übersicht

Das Gesamtprojekt Verkehrsanbindung Thal setzt sich zusammen aus:

  • der Entlastungsstrasse (Lose 1 bis 4)
  • den Flankierenden Massnahmen (FLAMA, Los 10)
  • den Ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen (AEM, Los 6), Revitalisierung Geschiebesammler Mümliswilerbach beim Weiler St. Wolfgang.

Übersicht der Lose

Projektziele

  • Die geplante neue Strasse bindet die Region Thal verkehrstechnisch besser an das Mittelland an. Der Bezirk Thal ist verkehrsmässig besser und grösstenteils ohne Stauzeiten erreichbar.
  • Verbesserte Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung des Städtchens Klus, der Einwohnergemeinde Balsthal und der gesamten Region Thal werden geschaffen.
  • Das historische Städtchen Klus ist vom Durchgangsverkehr entlastet.
  • Fussgänger und Radfahrer profitieren von sicheren und attraktiven Verkehrswegen.
  • Der Busbahnhof Thalbrücke ist aufgewertet und die Betriebsverhältnisse für den öffentlichen Verkehr sind verbessert.
  • Das Projekt wird den hohen Anforderungen an die Einpassung in die Landschaft gerecht.

Umweltverträglichkeit

Das Projekt Verkehrsanbindung Thal wurde einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen. Der Umweltverträglichkeitsbericht bzw. die kantonale Umweltfachstelle beurteilen das Projekt gesamthaft als umweltverträglich, vorausgesetzt die umweltrelevanten Massnahmen werden umgesetzt. Diese Massnahmen wurden im RRB Nr. 2020/514 vom 31. März 2020 verbindlich festgelegt und sind integrierender Bestandteil des gesamten Projekts. Von Bedeutung sind insbesondere die Luftreinhaltung, der Lärmschutz, die Altlasten-/Abfallentsorgung sowie der Schutz von Grund- und Oberflächengewässern während und nach dem Bau.

Übersicht Gesamtprojekt